Aktionsbündnis 11. Gebot

Kirchentag Düsseldorf 2027

Am 23. Juni 2022 hat der Düsseldorfer Stadtrat beschlossen, den Evangelischen Kirchentag 2027 mit mindestens 5,8 Mio. Euro Steuergeldern zu subventionieren. Gegen diesen Ratsbeschluss hatte der Düsseldorfer Aufklärungsdienst e. V. (DA!), ein Bürgerbegehren initiiert.

Ziel des Bürgerbegehrens: Nicht der Kirchentag als solcher soll verhindert werden, wohl aber die Finanzierung aus öffentlichen Mitteln, denn sie widerspricht der verfassungsrechtlichen Pflicht zu weltanschaulicher Neutralität der Politik: Wenn auch häufig anders dargestellt, handelt es sich doch um ein missionarisches Event mit einem hohen Programmanteil an Gottesdiensten, Bibelarbeiten und theologischen Werkstätten. Nach einer kircheneigenen Studie zum Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund nahmen darum auch nur 1 bis 3 Prozent Nicht-Christen an den Veranstaltungen teil.

Aktuell sind laut Amt für Statistik und Wahlen nur noch 14 Prozent der Düsseldorfer:innen Mitglied der evangelischen Kirche. Bis zum Jahr 2027 wird diese Zahl angesichts der vielen Kirchenaustritte weiter stark sinken. Das Geld, das für den Kirchentag ausgegeben wird, fehlt der Mehrheit der Bürger:innen an vielen Stellen: Düsseldorf ist hoch verschuldet. Zahlreiche dringliche Projekte, die der Stadtgesellschaft dienen, können nicht realisiert werden.

Welche Förderung soll der Evangelische Kirchentag 2027 genau erhalten?

Der Rat der Stadt Düsseldorf hat entschieden, den Evangelischen Kirchentag 2027 mit 4,3 Mio. € in bar und 1,5 Mio. € in Sachleistungen auszustatten. Darüber hinaus soll der – noch zu gründende – Kirchentags-Verein weitere öffentliche Zuschüsse erhalten, und zwar 7,5 Mio. € vom Land NRW und 500.000 € vom Bund. Die Förderung beläuft sich für das fünftägige Fest damit auf insgesamt 13,8 Mio. €.

Zum Vergleich: Die großen Düsseldorfer Festveranstaltungen „Rosenmontag“, „Japantag“ und „Frankreichfest“ werden allesamt gar nicht von der Stadt gefördert (Ausnahme: der Japantag einmalig im Jahr 2022 mit 130.000 € aufgrund gestiegener Sicherheitsanforderungen). Und das, obwohl diese Feste jeweils etwa 1 Million Besucher:innen anziehen – und damit 10 mal so viele, wie von der Kirche selbst zu ihrem Kirchentag erwartet werden!