Aktionsbündnis 11. Gebot

Kirchentag Nürnberg 2023

Rekordförderung: Das 11. Gebot beim Kirchentag Nürnberg 2023

Vom 7. bis 11. Juni 2023 stand Moses wieder mahnend in der Nürnberger Innenstadt. Unter der Losung „Jetzt ist die Zeit“ versammelten sich über 70.000 Teilnehmer zum 38. Deutschen Evangelischen Kirchentag – und die Kunstaktion „11. Gebot“ war erneut vor Ort, um auf eine beispiellose Staatsförderung aufmerksam zu machen.

Mit der mittlerweile bundesweit bekannten drei Meter hohen Moses-Plastik und dem „Nackten Luther“ demonstrierte die Aktionsgruppe gegen die massive öffentliche Finanzierung des religiösen Großevents. Die Zahlen sprachen eine klare Sprache: 10 Millionen Euro aus Steuergeldern flossen in den Kirchentag – bei Gesamtkosten von 22 Millionen Euro. Allein der Freistaat Bayern steuerte 5,5 Millionen Euro bei, die Stadt Nürnberg etwa 4 Millionen Euro.

Besonders brisant: Dies war die höchste Förderung, die der bayerische Staat jemals für ein Kirchenfest bewilligt hatte. Selbst der Ökumenische Kirchentag 2010 in München erhielt „nur“ 5 Millionen Euro aus der bayerischen Staatskasse. Die Aktionsgruppe „11. Gebot“ vermutete einen Zusammenhang damit, dass Nürnberg Heimat und Wahlkreis des bayerischen Ministerpräsidenten ist.

Trotz der Rekordförderung blieben die Besucherzahlen deutlich hinter den Erwartungen zurück – 40 Prozent weniger als erhofft. Der Bund für Geistesfreiheit Bayern protestierte gemeinsam mit seinen Ortsgemeinschaften in Nürnberg, Fürth und Erlangen vehement gegen die Subventionierung und forderte die Rücknahme der geplanten Förderung in Höhe von 9,5 Millionen Euro.

Die Staatsquote von 45,5 Prozent machte deutlich: Fast die Hälfte des Kirchentags wurde von allen Steuerzahlern finanziert – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Moses und sein 11. Gebot blieben damit ein unbequemer Mahner in der fränkischen Metropole, der die Frage aufwarf, warum eine reiche Religionsgemeinschaft ihr Sommerfest nicht selbst bezahlen kann.